Die Geschichte

1994

Nachdem sie die Papiere unterschrieben hatte, lehnte sie sich zurück. Nur für einen Moment entzog sie sich den Gegebenheiten um sie herum, dem offiziellen Raum des Maklerbüros, den fachlichen Ratschlägen, auf die sie sich angewiesen fühlte, und ihren Freunden, die um sie herum teilnahmen an diesem „historischen“ Geschehen.

Hatte sie wirklich unterschrieben? Noch konnte sie es selbst nicht glauben und erinnerte sich eines Augenblicks vor acht Jahren, in dem alles angefangen hatte:
Damals hatte sie gerade ihr Wohnhaus verlassen und traf auf der Straße einen guten Bekann-ten, den sie lange nicht gesehen hatte. Er erkundigte sich nach ihrem Befinden, denn er hatte davon gehört, dass sie ihre Stelle gekündigt hatte und seit einigen Monaten arbeitslos war.

Und wie sie selbst und viele andere vor ihm, so fragte auch er sie, was sie jetzt zu tun gedenke. Ihre immer wieder gefühlte Ratlosigkeit hatte nach so vielen Fragen keine Worte mehr und dieses Nicht-Wissen hatte Leere in ihr entstehen lassen.
Plötzlich hatte sie wie neben sich gestanden und den Worten zugehört, die aus ihrem Mund kamen: „Ich möchte einen Heiltempel aufbauen. Es wird ein heiliger Ort sein, wo Menschen mitein-ander leben und zur Heilung anderer Menschen beitragen. Wo Menschen hinkommen können, um gesund zu werden und von wo aus Menschen in die Welt gehen.“
Genaueres dazu hatte sie ihm nicht sagen können, denn wie er war auch sie überrascht worden vom Inhalt dieser Worte, die so klar und sicher formuliert wurden. Nie mehr hatten diese Worte sie verlassen.

Die folgenden Jahre waren voll intensiver Veränderungen in ihr und in ihrem Leben. Sie begann, Dinge zu sehen und zu hören, die den meisten Menschen nicht zugänglich waren oder sie er- schreckten.  Doch sie wusste, dass sie einen Weg beschritten hatte, von dem es keine Zurück gab. Ihr Herz war beseelt von ihrem Sehnen nach Gott und ihrem Wunsch, selbst heil und ganz zu werden.  Es gab immer wieder Begegnungen und Erfahrungen, die sie an diesen Moment in der Vergangenheit erinnerten und in der Verwirklichung der Idee bestärkten. Sie traf auf Men-schen, die wie sie einig schienen mit der Idee und sich dazu berufen fühlten, zu ihrer Verwirk-lichung beizutragen. Doch sobald es um die Realisierung ging, zogen sie sich zurück.  Ängste tauchten auf, Konflikte schienen unüberwindbar. Das größte Problem schien die Entscheidung zu sein, ganz zu gehen und nicht halb, und alles Persönliche diesem höheren Anliegen zur Verfügung zu stellen.

Dazu schien nur sie selbst bereit zu sein – so glaubte sie jedenfalls.
Sie fragte sich, ob sie etwas falsch mache oder nicht verstanden habe und fühlte die Idee in ihr solch intensiven Raum einnehmen, dass sie oft das Drängen nach Verwirklichung kaum noch ertragen konnte.

Göttlicher Wille

Es fühlte sich nach Eile an, nach Notwendigkeit und nach Keine-Zeit-mehr-haben. Doch was immer sie selbst unternahm und forcieren wollte – es gelang nicht!
Schließlich gestand sie sich ein, dass sie zwar hören konnte und Zugang zum kosmischen Willen empfand, doch dass ihr größtes Dilemma ihre Unfähigkeit war, dieses ihr zugängliche Wissen in Raum und Zeit hineinzutragen, worin sie nun einmal lebte.  Sie hatte vergessen und übersehen, dass auch dies dem höheren Anliegen zu überlassen war, dass auch Raum und Zeit bestimmt werden vom göttlichen Willen.

Ihr war bewusst geworden, dass ihre Vorstellung – die Idee und ihre Verwirklichung alleine in die Hand nehmen zu müssen – große Angst in ihr auslöste und dass sie deshalb immer auf der Suche nach denen gewesen war, die – hoffentlich – mit ihr gehen würden.
Sie hatte nicht ohne Erschrecken erkannt, dass sie es zwar nicht in der Hand hatte, aber dass sie alleine gehen und handeln musste. Und noch während die Idee in ihrem Herzen ruhte, viel Liebe in sich barg und sich nährte wie ein heranwachsendes Kind, war sie mit unbeholfenen Schritten langsam weitergegangen, immer zwischen Angst und wachsendem Vertrauen.

Dann hatte sie das Haus gekauft

Diesen Auftrag hatte sie konkret wahrgenommen und war ihm gehorsam gefolgt.
Es schien der kleinere Schritt zu sein, obwohl er die Saat der Idee schon in sich barg. Auch hier war ihre Angst noch groß gewesen. Als sie erfuhr, wie Göttlicher Wille sich manifestiert und die Herzen der Menschen leitet allein in ihrer Liebe zu IHM, erlebte sie beglückend und voller Verwunderung, wie ihr Vertrauen stärker wurde und eine Heiterkeit in ihr einzog, wie sie sie nicht kannte.

Menschen kamen ins Haus und gingen wieder. Sie lernten und heilten, erfuhren ihren Wider-stand und ihre Ängste, tobten und fühlten ihre Gefängnismauern zerbrechen.
Das Haus – so sagte die Stimme, die sie begleitete – sei nur ein Nadelöhr:
Die Gemeinschaft der Heilenden für den Heiltempel werde versammelt und zu ihr geführt.

So wurde sie in immer tiefere Ängste und in immer tiefere Abgründe ihres Daseins geführt, ihr Vertrauen und ihre Liebe in vielerlei Hinsicht geprüft und herausgefordert.
In wachsendem Maße spürte sie Urteile und die dahinterliegenden Ängste von Mitmenschen, die ihr einmal nahe gestanden hatten. Sie fühlte auch die Hoffnungen, die in sie gesetzt wurden als Voranschreitende und fühlte sich einsamer denn je.

Durch ihre wachsende Bereitschaft, diese Einsamkeit anzunehmen, lernte sie, sich mehr und mehr heiliger Fügung und Versorgung zu überlassen und damit die Kontrolle über ihr Leben und Einkommen abzugeben. Trotz ihrer Ängste fühlte sie sich lebendiger als jemals zuvor in ihrem Leben.  Und dann hatte sie zu Anfang des Jahres 1994 die Stimme gehört:  SUCHE LAND!

Suche Land

Sie besprach sich mit Freunden und fühlte wieder die alte Dringlichkeit im Herzen, welche von denen, die sie anhörten, geteilt wurde; sie entsprach deren eigenem Verlangen.

Auf die Frage, wo sie denn suchen solle, hörte sie immer wieder: MONTANA.
Dies rief bei ihr und den anderen Verwunderung aus und ihre amerikanischen Freunde nährten ihre Zweifel und begannen ihr auszureden, in Montana nach Land zu suchen. Dort, so hieß es, sei es kalt und unwegsam. Niemand ginge dorthin, der rechten Sinnes sei. Doch die Stimme bestärkte sie:  WOHER WILLST DU WISSEN, DASS ES SO BLEIBT?

In all diesen inneren Tumult hinein rief ihr alter Vater an. Sein zweiter Telefonanruf, seit sie im „Ausland“ wohnte. Er schien sehr aufgeregt und sagte: „Suche Land, Kind!“ und anderes mehr.
Doch es waren diese wenigen Worte, die der Aufforderung, die sie fühlte, neue Nahrung gaben. Sie fühlte sich geschoben und spürte deutlich ihre Angst. Es war die Angst davor, alleine dorthin fahren zu müssen, die Entscheidung, das finanzielle Risiko und alle Konsequenzen alleine tragen zu müssen. Sie wurde still in ihrer Not.

Die Stimme sprach: DER NEUE ORT IST ZU MEINER EHRE UND ZU MEINER EHRE ALLEIN.
ES IST WEDER EIN ORT DER FLUCHT AUS DER ANGST, NOCH EIN ORT, UM DIE EIGENEN TRÄUME ZU VERWIRKLICHEN. ES IST KEIN ORT, EIGENE SCHÄFCHEN INS TROCKENE ZU BRINGEN, SONDERN MIR DARZUBRINGEN, WAS DIR GEGEBEN WURDE, AUS LIEBE ZU MIR.

Sie zog Erkundigungen ein über Montana, holte einen Filmbericht aus der Bibliothek, las Bücher und schob den Auftrag vor sich her. Und schließlich, nach Monaten des Zögerns und als es sich nicht mehr hinausschieben ließ, traf sie Reisevorbereitungen. Sie schrieb es auf und fühlte ihre starke Liebe zu Gott und auch ihres Geliebtseins. Ihre Angst rang mit ihrer Liebe. Zweifel kamen und gingen.
Vier Freunde entschlossen sich mitzukommen; sie kamen von weit her – aus Österreich, Ohio und Georgia – und waren unterschiedlich motiviert.
BILLINGS hatte sie gehört, als sie fragte, wohin sie denn fliegen solle und so trafen sie sich alle in Billings, Montana.  In den ersten Tagen fuhren sie viele Meilen, um sich Land anzusehen, das durch verschiedene Makler angeboten wurde.

Montana

Sie wusste nicht wirklich, wonach sie suchte und sie konnte den Maklern auch nicht sagen, wie groß oder klein es sein sollte. Sollten es Felder sein, nahe an den Bergen? Bewässerter Boden? Oder in der Nähe eines Flusses?  Sie hatte auch keine Vorstellung von der Größe eines „acres“ oder worauf sie überhaupt beim Kauf von Land achten musste. Doch in den Stunden, die sie miteinander verbrachten, wurde vieles klarer für sie und die anderen.

Schließlich verabredete sie sich mit einer Maklerin, die ihr wenige größere Landstücke zeigen wollte. Diese fragte sie vor der Abfahrt, was sie denn eigentlich suche?  Sie erzählte ihr von ihren Erfahrungen und von der Stimme und dass sie es selbst nicht so genau wisse und war überrascht, auf Verständnis zu stoßen.

Sie fuhren los, die Freunde in einem zweiten Wagen hinterher. Nach der Besichtigung des ersten Grundstücks sagte die Maklerin zu ihr:
„Ich werde dir die zwei weiteren Grundstücke, zu denen ich dich noch fahren wollte, gar nicht erst zeigen, sondern dich zu einem Tal fahren, das zum Verkauf steht.“

Sie fuhren durch die Weite des Landes und waren von der Weite des Himmels und der Erde tief beeindruckt. Sie hatten gehört, dass Montana einer der drei größten Staaten Amerikas ist und nur neunhunderttausend Einwohner hat!
Deshalb erschien es ihnen auch wieder nicht verwunderlich, als sie ganze Rehrudel in friedlicher Eintracht mit den Kühen auf den Weiden sahen oder Antilopenherden, die über Weidenzäune sprangen und irgendwo dahinter Halt machten, um zu ruhen.

Nach Roundup, etwa eine Stunde von Billings entfernt, bogen sie von der Landstraße ab und fuhren auf einem Schotterweg weiter, der schließlich in einen Feldweg mündete.
Beim Durchfahren des ersten Tales hatte sie schon gedacht, dies könne es möglicherweise sein. Nein! Ein neues Tal tat sich vor ihren Augen auf und danach noch ein weiteres.

„Hier“, sagte die Maklerin endlich. Das Land war nicht nur ein Tal mit großen Weiden; dort zeigten sich auch Hügel mit großflächigen Ebenen auf ihrer Spitze, bewaldete Hänge, Waldwege, die durch schmale Schluchten zu verborgenen Winkeln führten.  Nirgends gab es ein Haus.

An einer der beiden Quellen des Landes waren alle ausgestiegen. Sie hatte dem Wunsch nachgegeben, sich abzusondern von den anderen, um ein paar Minuten alleine zu sein und war dem versteckten Feld- oder Waldweg gefolgt, der von der Quelle aus um den Hügel herumlief.  Da hörte sie wieder die Stimme: DAS IST ES!

Das ist es!

Ihre Augen hatten sich mit Tränen gefüllt. Es war, als wäre sie am Ende einer langen ermüdenden Reise angekommen. Zu Ende gesucht und gesorgt, hatte sie gedacht.
Doch schon waren neue Sorgen gekommen:  Vielleicht wäre es gut, Boden- und Wasserproben zu nehmen? Sie hatte gefragt und das liebevolle Lachen des Universums gesehen und gefühlt. Wofür?

Vor ihren Augen war wie ein Hauch von Wind ein Bild von » Findhorn»  vorbeigezogen und sie hatte sich all der Führung erinnert, die die Gründer von Findhorn erfahren hatten.

Sie hatte ihre Sorgen beiseite gelegt, war zu den anderen zurückgegangen und hatte zur Maklerin gesagt: „Das ist das Land. Ich kaufe es.“ Alle hatten sie fassungslos angeschaut, und sie hatte nur sagen können:  „Ich bin’s nicht.“

Immer wieder hatten sie versucht, die Grenzen des Landes zu erkennen, den Zaun zu entdecken, der sie aufzeigte, doch es war ihnen nicht gelungen. Unterwegs hatte sie schließlich die Maklerin gefragt: „Weißt du überhaupt, wo die Grenze ist?“ Diese hatte sie mit lachenden Augen angesehen: „Möchtest du die Wahrheit wissen?“
„Ja.“
„Nein, das weiß ich auch nicht!“
Beide hatten sich angesehen und sich dann gebogen vor Lachen und Glücksgefühl. Eine tiefe freudige Erregung hatte sich zu diesem Zeitpunkt aller Mitfahrenden bemächtigt. Nur H. hatte von ihrer Angst gesprochen vor der großen Entscheidung, die sie auf sich zukommen sah, denn sie hatte schon seit längerem Ahnungen, nach Montana gehen zu „müssen“.

Dann waren Fragen zu den Kaufverhandlungen aufgetaucht. „Der jetzige Besitzer“, hatte die Maklerin sie informiert, „ist ein schwieriger Mensch. Der Preis des Landes steht schon seit einem Jahr fest, und er hält ihn auch: zweihundertsechzigtausend Dollar für sechshundertfünf-zig acres (265 ha)!“
Doch alle bisherigen Interessenten hatten das Land nicht kaufen können, da er sich auf keinen Finanzierungsmodus eingelassen hatte und niemand in der Lage gewesen war, so viel Geld in bar auf den Tisch zu legen. „Ich auch nicht“, hatte sie der Maklerin gesagt, „und doch muss ich es kaufen“.  Abends im Hotel waren auch ihre Ängste wiedergekommen. Sie hatte gebetet, hatte auch ihre Bereitschaft zugesagt, alles zu tun und dann um ein weiteres Zeichen gebeten zur Stärkung von Mut und Vertrauen.

Trotzdem hatte sie dann kaum etwas zu sagen gewusst, als am anderen Morgen die Maklerin anrief, um ihr mitzuteilen, dass der Besitzer ihr ein Angebot mache: Die Hälfte des Kaufpreises jetzt und die zweite Hälfte innerhalb von fünf Jahren.

Mut und Vertrauen

„Was hast du gemacht?“ hatte die Maklerin gefragt, und sie hatte ihr von ihrem schwankenden Mut und ihrem Gebet erzählt. Eine große Heiterkeit hatte sich danach in ihr ausgebreitet, denn sie hatte sich daran erinnert, dass sie für den Kauf des Hauses damals auch den Mut nicht gehabt hatte und dass sie sich auch damals nur zugetraut hatte, erst einmal die Hälfte zu zahlen, um dann zu erfahren, dass sie sich überhaupt nicht hätte fürchten müssen.
Welch großartiger Humor des Lebens, sie mit diesem Déja-vu-Erlebnis zu erinnern an die Allmacht Gottes! Sie hatte sich zugleich erkannt und geliebt gefühlt in ihrem Kleinglauben und hatte gleichzeitig auch die Bereitschaft gefunden, den Kaufvertrag zu unterschreiben.

Nun wartete sie nur noch auf ein Scheckformular, das ihr nachgeschickt werden musste, da sie weder Geld noch ihr Scheckbuch auf die Reise mitgenommen hatte.

Der Blanko-Scheck für die Anzahlung von zweitausend Dollar war per Eilpost gekommen und hatte in einer von W. gebastelten Grußkarte gesteckt, mit einem Foto der rosenumrankten Maria aus dem Garten des Hauses und den Worten FAITH AND TRUST darunter.
‚Mein Mut‘, so war ihr beim Lesen der Karte in den Sinn gekommen, ‚ist auch nicht mehr der meine‘ und dann hatte eine Melodie in ihr gesungen und gesungen. Sie hatte sich nicht an die Worte des Liedes erinnern können, doch sie hatte sich vorgenommen, diese später, wenn sie ins Haus zurückgekehrt war, herauszusuchen.

Jetzt kehrte sie zurück aus ihren Gedanken, beugte sich wieder vor, übergab den Scheck, nahm die Glückwünsche der Maklerin entgegen, die sie nun einen „land baron“ nannte, und es erschien ihr alles wie in einem Traum, dessen Ausgehen niemand kennt und dessen Gestaltung ganz in Gott liegt.

Die anderen begannen über das Land zu sprechen, Vorschläge und Wünsche, Möglichkeiten und Ahnungen wurden formuliert. Doch es blieb dabei: DER NEUE ORT IST NUR ZU MEINER EHRE – nun ergänzt durch: ES IST MEIN LAND UND MEIN PLAN.

Auch sie selbst fühlte sich zurückgerufen von allzu forschen Plänen und erdachten Schritten. Es war ihr, als sei Gott dabei, das Land, das IHM einmal gehörte, zurückzugewinnen. Tiefe Heilig-keit und Liebe erfüllte sie bei diesem Gedanken.

Zwei der Freunde reisten am nächsten Tag ab. Mit den anderen ging sie zur Bank und eröffnete ein Konto. Sie fühlte, dass sie dem neuen Land einen Namen geben musste. Auch der wurde ihr gegeben: LIVING SPRING (Lebendige Quelle). Sie ließ ihn auf das Bankkonto eintragen.

Das ist das Ende der Geschichte; es ist meine Geschichte. Als ich aus Montana zurückkam, suchte ich im Taizé-Liederbuch nach der Melodie, die ich gehört hatte, und fand dort das Lied: Ubi caritas et amor – Wo Güte und Liebe wohnen!

Hier endet die Geschichte und die damit verbundenen Ideen, die ich 1994,  vor acht Jahren, niederschrieb.
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2002

Aber natürlich ging die Geschichte weiter:
Ich fand mich nicht in der Lage, das Land in dem Jahr zu kaufen und verlor auch meine Anzahlung.

Ich verlor mich in eigenen Plänen und Interpretationen und musste mehrmals auf den Weg (zum Weg) zurückgerufen werden. Ich musste viel Geduld lernen und auch, dass es nicht mein Plan war.

Jedes Jahr jedoch fuhr oder flog ich nach Montana, beging das Land und fragte, ob es noch zu kaufen sei. Jedes Mal wurde dies bestätigt. Ich bat den Besitzer, doch zu warten bis ich die Finanzen geklärt wären.

Doch in 1997 wurde das Land verkauft. Weiterhin wurde ich zur Geduld ermahnt und daran erinnert, dass dieses Land seine ganz spezielle Aufgabe erfüllen werde. 1999 kam es dann wieder auf den Markt und da der neue Besitzer spekulierte, dauerte es eine Weile, bis er bereit war, mein Angebot anzunehmen:
Im August 2000 kaufte ich dann das Land für LIVING SPRING zum gleichen Preis, wie es mir 1994 angeboten worden war.

Alles, alles, was ich hatte und was ich bin, war von mir gefordert. Es gibt keine Worte, um die Freude zu beschreiben, die ich erfuhr. Das Universum selbst tanzte und sang; wunderschöne wortlose chorale Musik war in meinen Ohren, zusammen mit intensivem Trommeln.
Ich war auf dem Weg nach Billings, um zu „feiern“, doch wurde belehrt, dass die Feier bereits in vollem Gange war und ich mich nur drauf einzulassen brauchte. Die große Feier!

Freunde bauten mir im Herbst 2000 ein Ein-Zimmer-Haus. Dies machte es möglich, dass ich auf dem Land leben konnte.  Den größte Teil des ersten Jahres verbrachte ich in Abgeschiedenheit; ein einfaches Leben ohne fließend Wasser (es gibt einen guten Brunnen), ohne Strom, ein ganzes Jahr ohne Telefon und meist kein Auto.

Langsam, und genau wie es mir gesagt wurde, kommen die Menschen (werden geführt) zum Land. Einige suchen Heilung, andere sind daran interessiert und bereit, mitzumachen.

Ein Aufgabengebiet für die Gemeinschaft wurde gegeben: MEINE KINDER. Zunächst wusste ich nicht, was „meine Kinder“ bedeutete. Waren damit physische Kinder in kleinen Körpern oder Gottes Kinder in großen Körpern gemeint?

Heute weiß ich, es sind alles Seine Kinder, in kleinen und großen Körpern und als solche auch gemeint. Die in den großen Körpern brauchen den Dienst an den Kindern für und während ihrer eigene Heilung und so kann das GOTT KIND in allen hervorkommen.

Die Gemeinschaft wird selbst-versorgend sein müssen und so weit wie möglich unabhängig von öffentlicher Energie- und Essensversorgung. Es ist ein Ort für seelische und körperliche Gesundung und Gesundheit.

Wir werden jedoch kein zurückgezogenes Leben führen; was hier gelingt und Fuß fasst muss in die Öffentlichkeit überfließen: Haltung, Expertise und Dienst.

Es gibt eine Reihe von Menschen die seit kurzem nach Roundup gezogen sind, weil sie ein Drängen in sich spürten. Alle kamen innerhalb der letzten drei Jahre von allen möglichen Gegenden in den USA und aus Übersee.

Als ich vor ein paar Jahren fragte: Wieso Roundup?“ wurde mir geantwortet:

Es war einmal für Vieh – jetzt ist es für Menschen!

Ich fand dies sehr humorvoll, denn Roundup bedeutet „Zusammentrieb“ oder „Sammeln“.
So sei es denn!

Einige von euch kennen die Geschichte, für andere wird sie neu sein. Für wiederum andere mag sie zur Einladung werden, teilzunehmen oder LIVING SPRING zu unterstützen.
In diesem Zusammenhang möchte ich allen herzlich danken, die die bisherige Arbeit, die ganze Entwicklung und damit auch meinen Weg unterstützt haben (auch finanziell) und deren Herz damit wesentlich zur Heilung so mancher Herzen beigetragen hat.